Ilja Schneider knapp vorn
Schneverdingen. Ilja Schneider heißt der Sieger des 15. Schneverdinger Opens. Der 26-jährige gebürtige Moskauer
setzte sich im Schneverdinger Landhotel Schnuck in dem 76 Teilnehmer starken Feld mit 7,0 von 9 möglichen Punkten durch.
Zweiter wurde Vorjahressieger Karl-Heinz Podzielny (SV Letmathe) , Dritter Danila Belousov aus Russland. Ebenso wie die
Erstplatzierten holte auch Michael Kopylov (SK Norderstedt) sieben Punkte. Über die Vergabe der Preise entschied die
Buchholzwertung. Bester Teilnehmer aus dem Schachbezirk Lüneburg war Uwe Grimm vom MTV Dannenberg als 19. des Gesamtklassements.
Bester Schneverdinger war in diesem Jahr Hans-Peter Maushake aus dem Bezirksoberligateam des SC 81 auf Rang 35.
Ausgeschüttet wurden darüber hinaus Preise in sechs Ratinggruppen. Als einziger Schneverdinger kam das Nachwuchstalent
Youri Harms in diesen Genuss.
Turniersieger Schneider, der seit 1991 in Deutschland lebt, verlor keine Partie. Er leistete sich lediglich vier Remis –
gegen Podzielny, Michael Hoffmann (SG Solingen, Platz fünf), Dennes Abel (Schachfreunde Berlin, Platz sechs) und Olaf
Heinzel (Hansa Dortmund). Die Favoriten ließen an ihren Siegesambitionen von Beginn an keine Zweifel aufkommen. Dennoch
ging es an der Spitze eng zu wie selten zuvor. Immerhin machten sich drei Großmeister (GM), acht Internationale Meister
(IM) und ein FIDE-Meister (FM) Hoffnungen auf die Preisgeldränge. Nach vier Runden führten nicht weniger als acht
Spieler die Tabelle mit jeweils 3,5 Punkten an. Weitere zwölf lagen mit 3,0 Zählern in Lauerstellung. Eine Runde darauf
waren es gar zwölf Teilnehmer, die die Tabelle mit 4,0 Punkten anführten. Ganz oben auf dem Platz an der Sonne:
Schneverdingens Großmeister Alexander Naumann , der für die SG Solingen in der 1. Bundesliga aktiv ist. In der
sechsten Runde musste er jedoch gegen Dennes Abel überraschend die Segel streichen. Den dadurch verlorenen Boden zur
Tabellenspitze konnte Naumann in den abschließenden drei Runden nicht mehr wettmachen. Nach der siebten Runde führte
Titelverteidiger Podzielny das Feld mit 6,0 Punkten allein an. Vier Spieler folgten mit 5,5 Punkten, darunter der spätere
Sieger Schneider. Spannend wurde es noch einmal in den Schlussrunden. Als sich Podzielny und Schneider remis trennten,
schien ein erneuter Turniersieg greifbar. In der abschließenden Runde taten sich Podzielny und Solingens Markus Schaefer
nicht weh und trennten sich friedlich. Dann aber passierte es: Schneider gewann gegen seinen Landsmann Mikhail Zaitsev
und zog noch an Podzielny vorbei. Sogar der titellose Russe Danila Belousov, der den Hannoveraner Alexander Izrajlev in
die Knie zwang, spielte sich noch in die Preisgeldränge.
Hoffmann bester Blitzer
Das 12. Blitz-Schachturnier, das traditionell am Vorabend des Schneverdinger Opens im Landhotel Schnuck ausgetragen wird,
gewann der Großmeister Michael Hoffmann von der SG Solingen. Hoffmann und der Zweite ,Mikhail Zaitsev von der
Schachgesellschaft Bochum, kamen auf jeweils 9,5 von 11 möglichen Punkten. Beide blieben in den elf Runden unbezwungen,
gaben nur drei Remis ab. Chancenlos auf die ersten beiden Ränge landeten Vorjahressieger Großmeister Alexander Naumann
(SG Solingen) sowie die beiden titellosen Danila Belousov (Russland) und Alexander Izrajlev (PSV Hannover) mit jeweils
7,5 Punkten auf den Rängen drei bis fünf. Insgesamt nahmen am Blitzturnier drei Großmeister, fünf Internationale Meister
und ein FIDE-Meister teil. Als einzige Frau im Männerfeld schlug sich Schneverdingens Nadine Naumann – verheiratet mit
Großmeister Alexander – mit 4,5 Punkten und Platz 14 wacker. Es war der erste Einsatz der 32-Jährigen seit Monaten,
nachdem sie im April ihr zweites Kind geboren hatte. Eine der besten Partien spielte Nadine Naumann gegen den
Blitzspezialisten Slavko Krneta (MTV Fichte Winsen), der nur auf einem enttäuschenden 17. Platz einkam. Für einen
Paukenschlag sorgte Schneverdingens Steffen Kottke in der fünften Runde, als er den siebenfachen deutschen Blitzmeister
Karl-Heinz Podzielny bezwang. Der für den SV Letmathe spielende 57-jährige Essener war 1974, 1977, 1978, 1979, 1985, 1986
und 2007 Deutschlands bester Spieler im Fünf-Minuten-Schach, was ihm in Schachkreisen auch den Spitznamen
"Podz-Blitz" einbrachte.
Nachwuchshochburgen reisten an
An den 20. offenen Schneverdinger Stadtmeisterschaften nahmen nur 59 Spieler teil. Traditionell waren wieder viele
Teilnehmer aus den Nachwuchs-Hochburgen Stade, Lüneburg und Rotenburg angereist. Aber auch der Gastgeber SC 81
Schneverdingen – bekannt für seine hervorragende Nachwuchsarbeit – stellte insgesamt 13 Spieler in drei der vier
Altersklassengruppen. Das größte Teilnehmerfeld gab es mit 23 Spielern bei den Jüngsten, in der Altersklasse U10. Hier
hatte der einzige Starter mit einer Deutschen Wertzahl (DWZ), Oliver Steffens vom SK Bremen-West, die Nase vorn. Mit 6,0
Zählern verwies er Robert Walter vom SC Turm Lüneburg (ebenfalls 6,0 Punkte) auf den zweiten Platz. Walter hatte in der
letzten Runde mit einem Sieg gegen Jan Zaharov (SK Bremen-West) zum führenden Steffens aufgeschlossen – allein die
Buchholz-Wertung entschied über den Turniersieg. Platz drei belegte Katharina Schröder (SC Turm Lüneburg) mit 5,5 Punkten.
Bester Schneverdinger war Laurenz Carl Schröder als Vierter. Die Altersklasse U12 dominierte der an Nummer vier gesetzte
Peer Bruhns (Stader SV) mit sechs Punkten, gefolgt von Michael Rinck (SK Springer Rotenburg, 5,5 Punkte) und Lars Peglau
(Stader SV, 5,0 Punkte). Schneverdingens Cedrik Bogdanski, der Neunter wurde, verpasste eine bessere Platzierung durch
eine Niederlage in einem dramatischen Zeitnotduell in der letzten Runde gegen den Bremer Long Lai Hop. Tobias Schrödlinger
vom Breloher SC kam mit 2,0 Zählern auf Rang 18 ein.
Zwölf Teilnehmer zählte die Altersgruppe U14. Hier holte sich Tobias Vöge vom Stader SV den Turniersieg. Stade gelang es
damit, gleich in zwei Altersklassen die Gewinner zu stellen. Ärgster Konkurrent Vöges war Alexander Spät (Königsspringer SC).
Beide erkämpften jeweils 6,5 Punkte. Für die drei Schneverdinger Teilnehmer blieben nur die Ränge acht, neun und zwölf.
Ein doppelrundiges Turnier trugen die vier Teilnehmer in der Altersklasse U18 aus. Hier holte sich Kevin Weidmann
(Hamburger SK) den Sieg, vor Max Rudolph vom Breloher SC. Das direkte Duell entschied Weidmann mit 1,5:0,5 zu seinen Gunsten.
Steffen Kottke
 |
|
Youri Harms war der einzige Schneverdinger, der einen Preis in einer Ratinggruppe erhielt.
|
 |
|
Heiko Böhling (SC 81 Schneverdingen) kam auf Platz 56 ein.
|
 |
|
Nadine Naumann schlug sich im Blitzturnier wacker.
|
 |
Uwe Grimm (2. v. r.) wurde bester Spieler aus dem Schachbezirk Lüneburg. Turnierdirektor
Hans-Peter Maushake, Hauptschiedsrichter Ralf Schöngart und SC-81-Vorsitzender Manfred Ziemann gratulieren.
|